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Sehnsucht nach der Zukunft – Heimweh nach der Fremde

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WM am anderen Ende der Welt.

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Welcome!

Ich musste gerade erst mal gucken wie lang es schon wieder her ist dass ich euch das letzte mal aktualisiert habe, musste feststellen, zu lange.

Aus aktuellem Anlass, der ein oder andere mag es aus Funk und Fernsehen gehört haben,die Fussball Weltmeisterschaft läuft gerade ( 😉 )! Daher gibt’s einen kleinen Erfahrungsbericht über das „WM Feeling“ in Australien.

Zuallererst, die Übertragungszeiten der Spiele sind gelinde gesagt beschissen. Wir dürfen uns mit so wunderbaren Zeiten wie 2 Uhr, 5 Uhr oder 8 Uhr anfreunden, wie ihr euch vorstellen könnt, die Zeiten sind nicht sonderlich Schlafzyklus- und Arbeitskompatibel.

Unter der Woche hat man nur die Möglichkeit total übermüdet auf der Arbeit aufzulaufen, am Wochenende darf zwischen durchmachen oder mitten in der Nacht aufstehen gewählt werden. Herrlich!

Das nächste Problem stellt die richtige Wahl der Location dar, da im Sydney CDB (Stadtzentrum) aufgrund sich nicht benehmender und am laufenden Band prügelnden Australier (Anm. d. Red: Oder auch Wankern aus anderen Nationen) ein so genannter „Lockout“ (Einlass in Kneipen und Discotheken) bis maximal 1:30 Uhr herrscht, muss man – was die 5 Uhr Spiele anbetrifft – kreativ werden. Entweder man begibt sich schon vor der entsprechenden Zeit in den favorisierten Ort des Gröhlens und Anfeuerns oder man weitet sein Einzugsgebiet aus, die verschiedenen Sydney Suburbs laden allesamt dazu ein.

Bevor ich mich aber mit diesen interessanten Fragen beschäftigen konnte musste ich erst mal eine andere Herausforderung meistern, mein 2010er WM Trikot fristet leider sein Dasein in einem Umzugskarton, in Deutschland. So ganz ohne Flagge bekennen geht es natürlich nicht, es musste also ein neues her. Der lokale Sportdealer meines Vertrauens wollte mir gerne ein aktuelles Trikot für günstige 99$ anvertrauen, da mein Gehalt aber weitaus besser in alkoholische Getränke und viel Reisen investiert ist, musste eine andere Lösung her. Jetzt kommt der entscheidende Vorteil in Sydney zu wohnen, während man in Deutschland über dunkle Ebay Kanäle Plagiatsware erstehen muss (Und anschließend  4 Wochen lang bangt ob überhaupt irgendwas ankommt und der Zoll kein größeres Interesse an dem kuriosen Paket aus Hongkong zeigt), so ist dies in Sydney einfach nur ein kleiner Spaziergang zum örtlichen Chinesen Markt, dem Paddy’s Market. Für unschlagbare 20$ gab’s eine 1A Kopie des aktuellen Modells. (Wie viel Waschmaschinengänge das gute Stück überlebt ist natürlich eine andere Frage, sicherheitshalber einfach nicht waschen und die Fans in der näheren Umgebung mit einem Geruch aus Schweiß und Bier erfreuen! 😉 )

Vorletzte Woche schon riesig auf das Spiel gegen Portugal gefreut, gerade noch eine Auswertung darüber gemacht wer denn jetzt wohin gehen will, zum australischen Rudelgucken, bis mehr als unerwartet eine Email in mein Postfach flatterte. Geschäftsreise nach Canberra, Flug Dienstag morgens um 7 Uhr. *hust* *räusper* Mal überlegen, Spiel geht um 2 Uhr los, vorher schlafen bringt nichts, endet um 4 Uhr, am Flughafen um 6 Uhr sein, hinterher schlafen scheint auch nicht die beste Idee zu sein. Durchmachen und dann beim Kunden mit rotunterlaufenen Augen und todmüde zu sitzen? Eher nicht. Damit war das Thema erst mal durch.

Heute morgen sollte es aber dann zum Spiel gegen Ghana gehen, die 20$ für’s Trikot wollte ich ja nicht umsonst ausgegeben haben. Nach kurzer Absprache hat man sich auf das Coogee Bay Hotel in den Eastern Suburbs geeinigt und sich pünktlich zum Anpfiff um 5 Uhr dort verabredet. Da am Freitag Abend schon HalliGalli war und ich am Sonntag ein paar Sachen vorhatte fiel meine Wahl auf die zeitig schlafen gehen Strategie.

Der Wecker heute um 3:55 Uhr hat dann aber doch ordentlich geschmerzt, ihr kennt das, um die Uhrzeit sind tatsächlich physische Schmerzen mit dem aufstehen verbunden, kurz überlegt ob ich eine akute Magen/Darm Infektion als Ausrede über den digitalen Äther schicken sollte, dann die Schnapsidee schnell verworfen und mich fertig gemacht. Meinen Kumpel Michael in Bondi eingesammelt und pünktlich im Coogee Bay Hotel eingecheckt!

Danach ging es nur noch darum das Spiel mit einer ausgelassenen Gruppe Deutschen zu bestaunen (Freunde, nach dieser Portugal Action hab ich felsenfest mit einem 6:0 für Deutschland gerechnet) und wichtige Entscheidungen wie „Bier“ oder „Kaffee“ zu treffen. (Da ich noch fahren musste habe ich mich natürlich für das Bier entschieden)IMG_7416
Nachdem die Zitterpartie ein halbwegs akzeptables Ende gefunden hatte sind alle noch an den Strand geschlendert um ein Gruppenbild bei Sonnenaufgang zu machen, das Gruppenbild hat gut funktioniert, der Sonnenaufgang war aufgrund der Wolken nur zu erahnen. 🙂IMG_7417

Anschließend durften wir noch das lokale Cafe mit einer grölenden und hungrigen Gruppe von Deutschen überraschen. Das Frühstück war übrigens Bombe und dringend überfällig.

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Das nächste Spiel findet dann am Freitag Morgen um 2 Uhr statt, ob ich diesmal mitmische und einen katastrophalen Arbeitstag am Freitag dafür in Kauf nehme, bleibt mal abzuwarten.

Die Australier sind übrigens, entgegen meiner Erwartungen, ziemlich interessiert und aufgeschlossen gegenüber der WM. Auch wenn Fussball doch relativ weit hinten bei den favorisierten Sportarten steht. Highlights sind hier ganz klar Rugby und Cricket, wobei Rugby auch recht interessant ist. (Wie ich letzte Woche bei einem sehr wichtigen Spiel erleben durfte, mein neuer Kunde war so freundlich mich, während des Konsums von diversen australischen Bierchen, haargenau über die Rugby Regeln aufzuklären.)

Und sonst so?

Es ist Winter in Australien, der 1. Juni ist hier offiziell Winteranfang und so müssen wir mit durchschnittlichen Temperaturen von sehr angenehmen 20 Grad tagsüber und okayen 10 Grad in der Nacht uns anfreunden. Das ist in etwa das Sommerwetter in Deutschland. 😉 Die 10 Grad in der Nacht machen einem hier allerdings das Leben ein klein wenig schwer, da die Außenwände (Getreu dem amerikanischen Vorbild) selten gemauert und häufig aus Pappmaché bestehen und Heizungen nie fester Bestandteil von Wohnungen und Häusern sind, heißt es kreativ werden. Mehrere Decken und elektrische Heizkörper bewahren vor ernsthaften Erfrierungen! 😉 (Heizdecken sind hier nicht umsonst nicht nur bei Rentnern beliebt und Tatbestand jeder zweiten – zumindest Radio – Werbung.)

Etwas zeitnaher kommt der nächste Bericht, werde dann mal was über Nelson Bay und Canberra hier kundtun. Stay tuned.

Wünsche euch allen noch einen tollen Sommer und eine super WM, auf das wir das Ding diesmal holen! In diesem Sinne.

 

3 Kommentare

  1. Hi Brüderchen,

    das war ja mal wieder ein toller Blog Eintrag!
    Ich habe mich wirklich schlapp gelacht! Vor allem deine diversen Gedankengänge sind total lustig und sehr gut nachzuvollziehen!
    Ich sag ja, wenn nix mehr geht, werde bitte Reisebuchautor, du hast es wirklich drauf!!!

    Liebe Grüße aus upover

    die Gaspardo Family

  2. Dankeschön! Freue mich immer zu hören wenn mein Geschriebenes zumindest kurzweilig ist, das ist die Idee. 🙂

    Wer weiß, für den unwahrscheinlichen Fall das mir meine Arbeit keinen Spass mehr macht, könnte das was sein. Besonders die Tatsache von überall auf der Welt dieser „Beruf“ nachzugehen reizt mich ein wenig.. ;-). Spass bei Seite, professionell werde ich das sicherlich nichts aufziehen können, was auch gut so ist.

  3. Pingback: Heimat in Sicht! | Kölsch Jeföhl

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