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Sehnsucht nach der Zukunft – Heimweh nach der Fremde

backpacker

2. November 2013
von Daniel
3 Kommentare

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit…

… ne Menge Sachen.

Bei diesem lustigen Spiel würde es keiner schaffen aus dem Kopf meinen Rucksack Inhalt aufzuzählen.

Wie schon angekündigt werde ich gute 2 Monate aus dem Rucksack leben müssen, das erste was mir dabei aufgefallen ist, es ist egal ob man einen Monat Backpacker ist oder 2 Jahre, die gleiche Anzahl an Prötteln muss mitgenommen werden.

Der „notwendige“ Inhalt ist im Laufe der letzten Monate stetig angewachsen, war ich anfangs noch der Meinung ich käme mit einem kleinen Rucksack aus, so hat mich auch hier die Realität und der Wunsch allseits gewappnet zu sein schnell wieder eingeholt.

Meinen ersten Rucksack, Marke „Gut und Günstig“ mit 70 Liter Fassungsvermögen, ging nach verzweifelten Versuchen meinen Hausstand darin zu verstauen, direkt wieder nach Amazon zurück.

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Ohne auch nur eine Unterhose oder Socke verstaut zu haben, war der Rucksack schon zu 3/4 gefüllt. Damit war der Versuch mit einem günstigen Modell das Abenteuer zu starten hinfällig und ich habe reflexartig die Rucksackvariante „Pax Kleiderschrank“ von Tatonka bestellt. Naja, Tatonka schimpft das Modell „Bison 90“ wobei die 90 hier, wer hätte es vermutet, für 90 Liter Fassungsvermögen steht. Mit dem Teil kann ich also notfalls doch noch Wüsten, Wälder und Gletscher durchwandern, wer weiß, vielleicht habe ich irgendwann mal Lust darauf. Haben war ja schon immer besser als brauchen. 😉

So sieht das gute Teil dann aus:

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Jetzt aber zum wichtigen Teil, was braucht man(n) denn so für die anstehende Tour? Kommt sicherlich auch ganz auf die persönlichen Vorlieben, Ansprüche und Zielgebiete an. Ich persönlich neige dazu, immer etwas mehr mitzunehmen als ich am Ende des Urlaubs dann wirklich brauche, lässt sich wohl leider nicht ändern. Da setzt sich das X Chromosom  irgendwie durch. 🙂

Hier meine Backpack Checkliste:

Technik & Zubehör:

Hier kommt schon einiges zusammen, bei einer Rucksackreise vor 20 Jahren wäre hier maximal ein Walkman mit Kopfhörern und ein Gameboy im Gepäck gewesen. 🙂 Da ich aber unterwegs bloggen und mit meinen Freunden und der Familie weiterhin in Kontakt bleiben möchte, geht kaum ein wenig am Notebook vorbei. Bei der größten und längsten Reise meines Lebens darf natürlich auch eine gute Kamera nicht fehlen und auf kleinen Inseln mit regelmäßigen Stromschwankungen sowie bei langen Flügen kann auch ein externer Akku nicht schaden. Der eBook Reader war ein Kompromiss, unterm Strich wiegt der schon weitaus weniger als zwei Zeitschriften, also auch hier Gewicht und Platz gespart.

Diverses:

Der Messenger Bag dient als Handgepäck für die Flugreisen und als Daypack für diverse Touren und Strandtage. Der Kameragurt erleichtert einfach den Transport der Kamera und ist saubequem. Die Taucherbrille und den Schnorchel werde ich sicherlich öfters brauchen, fliegt aber dennoch als erstes raus sofern ich keinen Platz habe. Die Rucksackhülle braucht man schon alleine um den Rucksack als Fluggepäck aufgeben zu können. Die Autohalterung ist für die 3000 KM Reise von Cairns nach Sydney gedacht (Handy = Navi). Die wasserdichte IPhone Hülle sollte selbsterklärend sein, Foto Spass am Beach und beim schnorcheln. Die Jutetaschen werden für Gänge zur Wäscherei wichtig. 🙂

 Ausweise und Dokumente:

  • Reisepass
  • Impfpass
  • EC und Kreditkarte(n)
  • Führerschein und internationaler Führerschein
  • Hotelvoucher und Flugtickets
  • Biometrische Passbilder
  • Tauchschein, Tauchtauglichkeitsbestätigung, Tauch-Logbuch
  • ein wenig Bargeld

Gibt´s wenig zu zu sagen, jedes Dokument ist hier notwenig. Die Passbilder werde ich spätestens in Australien wieder brauchen.

Kleidung:

  • Wäschebeutel
  • 3 Paar Schuhe (Flip Flops, Canvas, Lauffschuhe)
  • 10 Paar kurze und lange Socken
  • 10 Unterhosen
  • 2 kurze Hosen
  • 2 lange Hosen
  • 2 Badehosen
  • 6 T-Shirts
  • 5 Polos
  • 2 Hemden (1 mal lang und 1 mal kurz)
  • 2 Sweatshirts

Hier musste ich die größten Kompromisse eingehen, so in etwa sieht mein Koffer auch aus, wenn ich ein verlängertes Wochenende nach Berlin fahre. Aussortieren, aussortieren, aussortieren und auf´s wesentliche konzentrieren. Das Ganze ist jetzt so geplant, dass ich halt problemlos 7 – 10 Tage ohne Wäscherei mal klar komme. Farblich sollte man so kombinieren das alles irgendwie zu allem passt (Geht nie so ganz).

Reiseapotheke und Waschzeug:

Traurigen Herzens lasse ich mir meine elektrische Zahnbürste zuschicken und nehme nur die – mit manueller Gangschaltung – mit. Die restlichen Sachen braucht man auch einfach und sehen bei einer längeren Reise nicht anders aus als bei einer Reise „2 Wochen Türkei All Inclusive“. Für Asien ist ein gutes und wirksames Mückenspray absolut notwendig, entweder vor Ort kaufen oder hier sich schlau machen (Oben habe ich mal eine brauchbare Variante verlinkt).

Beim heutigen Probepacken kam glücklicherweise keine Panik auf, alles passt rein, notfalls auch noch das ein oder andere Kleidungsstück oder Andenken was ich unterwegs kaufen sollte. Summa Sumarum liege ich Gewichtstechnisch bei 20 Kilo (+/- 2 Kilo)).

Was hab ich noch vergessen? Wenn euch was einfällt, immer her damit!

Posted from Lünen, North Rhine-Westphalia, Germany.

Wendeltreppe

29. Oktober 2013
von Daniel
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Vorbereitungen für die Auswanderung & Reise

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.
Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.
Matthias Claudius (1740 – 1815)

Bevor man aber so eine Reise tun kann, gilt es einiges vorzubereiten und zu bedenken. Hätte ich im März gewusst, was alles auf einen zukommt, hätte ich hier und da vielleicht in meiner Entscheidung gewankt, glücklicherweise wusste ich es nicht. Die Vorbereitungen gleichen irgendwie einer Wendeltreppe, wo man das Ende nicht sieht aber irgendwie immer davon ausgeht, dass es sich nur noch um ganz wenige Stufen handeln kann. 🙂

Es gibt natürlich immer sehr wichtige Dinge zu klären, die vom Ausland aus nur schwer oder gar nicht mehr zu managen sind oder deren Vergessen große finanzielle Auswirkungen haben und die eher kleineren Nebensächlichkeiten die zu organisieren sind. Da ich ja keine Reise durch die russische Tundra oder eine Besteigung des Mount Everest plane, lassen sich viele Dinge auch vor Ort noch kaufen oder nachträglich organisieren. Trotz das ich im Freundeskreis als planungssüchtiger Mensch verschrien bin, habe ich allerhand Lehrgeld zahlen müssen, für die Dinge, die ich nicht berücksichtigt habe. Jeder der unten genannten Punkte hat das Potential für einen eigenen Beitrag, wenn ihr also genauere Fragen habt, einfach mich kontaktieren.

Starten wir mal mit den wichtigen Dingen. (All dies ist immer sehr individuell zu betrachten, für einige sind ganz andere Themen zu berücksichtigen, je nach Plan und Lebensumstand)

  • Job suchen und Visa Gegebenheiten klären
    • Eigentlich selbstverständlich, aber schaut euch die Lebenshaltungskosten des Zielgebiets an und schaut ob ihr über die Runden kommt!
  • Job kündigen (So spät wie möglich und so früh wie nötig)
    • Arbeitszeugnis anfordern.
  • Direkt Arbeitslos melden – Auf jeden Fall zeitig damit beschäftigen! (Macht in jedem Fall Sinn, im Zweifel nur für die Sicherung des Arbeitslosengeldes nach Rückkehr, vielleicht finde ich hier noch die Muße einen eigenen Beitrag zu verfassen, ähnlicher Umfang wie das Visa Thema)
  • Versicherungen kündigen/umschreiben/anpassen (Hier gilt es einen genauen Blick auf die verschiedenen Versicherungen zu werfen, das Thema kann vom Aufwand explodieren. Bestimmte Altersvorsorgen sind hinsichtlich Ihrer steuerlichen Möglichkeit der Absetzbarkeit zu überprüfen (Kein Einkommen in Deutschland = Kein absetzen), welche Versicherungen machen im Ausland überhaupt noch Sinn bzw. behalten dort ihre Gültigkeit? Hier muss man definitiv ein Gespräch mit dem Versicherungsvertreter seines Vertrauens (Sofern es so etwas überhaupt gibt) führen. Denkt auch an Haftpflicht, Hausrat & Co.
  • Krankenkasse kündigen (Unterschiedliche Notwendigkeit – in Abhängigkeit davon ob gesetzlich/freiwillig gesetzlich/privat – auch hier, auf jeden Fall schlau machen! Sofern zwischen letztem Arbeitstag und Abflug ein paar Tage noch in Deutschland liegen, wegen Krankenversicherungsschutz schlau machen.)
  • Neue Versicherungen abschließen (Spontan fällt mir da die – wenn auch umstrittene – Reisegepäcksversicherung ein. Wann macht sowas mehr Sinn als bei ständigen Hostel besuchen? Ab festen Wohnsitz in Australien wird diese natürlich wieder gekündigt. )
  • Auslandsreisekrankenversicherung und Krankenversicherung im Zielland (Man braucht zum einen für den Reiseanteil eine Auslandsreisekrankenversicherung (Vorsicht: Viele Auslandsreisekrankenversicherungen können nur vor Abmeldung abgeschlossen werden und viele sind sogar nur gültig sofern ihr euren deutschen Wohnsitz beibehaltet!) und natürlich eine Krankenversicherung für das Land in welches man auswandern möchte)
  • Wohnung kündigen (Optional verkaufen/vermieten)
  • Möbel und Sachwerte verkaufen/einlagern (Sofern ihr nicht euer Hab und Gut mit Überseecontainern verschiffen lassen wollte, lagert die Sachen ein oder verkauft sie (Gerade Elektronik jeglicher Art solle vorzugsweise, aufgrund des Wertverfalls, verkauft werden.))
  • Auto verkaufen (Bei kürzeren Auslandsaufenthalten mag auch eine Stilllegung sinnvoll sein, hier sollte man auch lieber früher als später mit anfangen, ich spreche da gerade aus Erfahrung)
  • Internationalen Führerschein beantragen (Geht normalerweise an einem Tag, sofern ihr aber – so wie ich – noch im Besitz des alten rose Lappens seid, solltet ihr euch zeitnah kümmern, die Bearbeitung schnellt dann auf 4 Wochen hoch!)
  • Reisepass beantragen/kontrollieren (Sofern ihr noch keinen Reisepass habt, kurzfristig einen beantragen, in allen anderen Fällen mal überprüfen wie lange dieser noch gültig ist)
  • Ummelden/Abmelden (Abmeldung bringen ein paar intransparente Vor- und Nachteile mit sich, die ich noch nicht vollkommen gegriffen habe, ein großer Vorteil ist definitiv die damit verbundenen Sonderkündigungsmöglichkeiten (Handy Vertrag, Kabel, Krankenkasse, …))
  • Fernseh/Internet Provider kündigen
  • Handy Vertrag kündigen (Optional auf einen Prepaid Tarif wechseln um auch unter der alten Nummer erreichbar zu bleiben)
  • Bank wechseln/kündigen – Kreditkarte beantragen (Weiterhin Kunde bei der Volksbank, Sparkasse & Co. zu bleiben macht wenig Sinn, man bezahlt Kontoführungsgebühren für nichts und wieder nichts.Besser: Eine Direktbank, wie die DKB wählen, wo direkt eine Kreditkarte im Umfang ist, die es einem erlaubt weltweit kostenlos Geld abzuheben und grundsätzlich keine Kosten für Kontoführung anfallen)
    • Macht euch Gedanken über das TAN Verfahren (Bspw. von mTAN auf iTAN wechseln).
    • Teilt der Bank früh genug mit, dass ihr vor habt ins Ausland zu ziehen, manche verlangen nämlich regelmäßig, dass ihr euch mit Hilfe des PostIdents Verfahren authentifiziert, geht schlecht im Ausland.
    • Teilt zeitnah euren Gläubigern mit dass sich eure Kontodaten geändert haben.
  • Impfen lassen (Schaut beim auswärtigen Amt nach welche Impfungen für euer Reise- oder Zielland empfohlen wird, klärt mit euren Krankenversicherern ob die Impfkosten übernommen werden.)
  • Vorsorgeuntersuchungen durchführen (Geht zum Dermatologen, zum Zahnarzt oder zu sonst irgendwelchen Ärzten und lasst euch durchchecken, das deutsche Gesundheitssystem ist im Vergleich zu allen anderen auf der Welt ein Traum und die Krankenversicherungen zahlen die meisten Untersuchungen!)
  • Tauchtauglichkeitsprüfung machen (Ihr wollt im Urlaub tauchen (lernen)? Macht in Deutschland eine Tauchtauglichkeitsprüfung, kostet nur 50 – 60 Euro und wird von den meisten Tauchbasen weltweit verlangt, wenn sie nicht verlangt wird, sucht euch eine andere Tauchbasis! Ärzteverzeichnis unter GTÜM)
  • Wichtige Dokumente scannen (Scannt all eure wichtigen Dokumente, allem voran euren Reisepass, ein und ladet sie bei irgendeinem Onlinedienst (Google Drive, Dropbox) hoch, so dass bei Verlust wenigstens eine Kopie greifbar ist!)
  • Nachsendeauftrag bei der Post einreichen (Schaut das ihr noch irgendeine Adresse in Deutschland (Familie oder Freunde) angeben könnt, wo weiterhin Post hingeschickt wird)
    • Kümmert euch gleichzeitig darum, dass diese neue Adresse bei möglichst allen potentiellen Unternehmen, Behörden, Vereinen & Co. bekannt gegeben wird!
  • Fremdsprache lernen (Egal welche Sprache in dem Land eurer Auswanderungswahl gesprochen wird, lernt oder verbessert sie, das Hostel Kauderwelsch ist kein adäquater Ersatz für ein gutes Grammatik- und Vokabelbuch 🙂 )
  • Erste Unterkünfte und Flüge buchen (Auch sehr individuell zu betrachten, mir war es wichtig dass ich zumindest den ersten Flug gebucht habe und bei Ankunft für die ersten 1 – 2 Nächte weiß wo ich unterkommen kann)
  • Verabschiedet euch von Familie und Freunden (Auch selbstverständlich, der Wunsch die letzten Wochen noch mal viel Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen)

Weniger wichtige Dinge, die aber auch auf meiner langen Liste stehen:

  • Macht euch über das Zielland/Zielgebiet schlau (Geht am besten – in Abhängigkeit eurer Reiseart – mit Hilfe von Lonely Planet Reiseführern oder dem guten alten Internet (Tripadvisor, Foren, Blogs, ..), hinsichtlich der Auswanderung kann es sinnig sein, zu schauen welche Stadtgebiete für euch interessant sein könnten, mit welchen Lebenshaltungskosten zu rechnen ist, etc.)
  • Handytarif im Ausland (Bei längeren Aufenthalten in einem Land kann es sinnvoll sein sich einen Prepaid/Daten Tarif für sein Handy zu organisieren, da macht es auch Sinn sich im Vorfeld schlau zu machen)
  • Sachen kaufen (Die nächsten Tage werde ich noch mal meine Packliste hier veröffentlichen, es gibt einiges was man sich im Vorfeld zulegen könnte/sollte)
  • Kündigt alle weiteren Verträge, deren Leistungen ihr nicht mehr braucht  (Domains, Webspace, Zeitschriften, Zeitungen, ADAC, what ever..)
  • Mit digitaler Unterhaltung eindecken (Für mich, für den Flug, immer das wichtigste. Musik, Filme, Serien, Hörbücher, eBooks, Podcasts & Co. aufs Handy, Tablet, Notebook beamen)

Wie oben schon geschrieben, die Liste sieht in eurem Fall vielleicht komplett anders aus. Und wenn ihr glaubt ihr habt an alles gedacht, dann vergesst es direkt wieder, ihr habt hundertprozentig etwas vergessen. Aber macht euch keinen fertig, das übernehme ich schon. Alles wird gut! 🙂

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21. Oktober 2013
von Daniel
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Visa 457 aka Passierschein A38

**Vorsicht – noch mehr Text als im letzten Beitrag**

Kennt ihr Asterix erobert Rom? Auch die Stelle mit dem Passierschein A38? Schaut´s euch an.

Eine verwaltungstechnische Formalität

Diese 10 Minuten können nicht passender darstellen was ich seit Juli durchgemacht habe. Visa Beantragung, Australische Krankenkasse, Deutsche Krankenkasse, Versicherungen, IELTS English Zertifikat, Internationaler Führerschein, Ummeldung- und Abmeldung, Arbeitsamt..

Doch fangen wir mal ganz vorne an, das Visum 457, welches vom Department of Immigration and Border Protection ausgestellt wird, berechtigt mich zu Folgendem:

  • Ich darf bis zu 4 Jahre mit diesem Visum in Australien arbeiten
  • Ich darf meine, nicht vorhandene, Familie mitnehmen
  • Ich darf während dieser Zeit beliebig oft das Land verlassen und auch – netterweise – wieder betreten

Was braucht man um so ein Visum zu bekommen beantragen:

  • Muss einen Job ausüben der gemäß einer laaaangen Liste (Wen´s interessiert laaange Liste) in Australien viele offene Stellen hat
  • Muss über entsprechende Fähigkeiten verfügen und diese auch unter Beweis stellen, die mich dazu befähigen, einen Job gemäß der laaaaangen Liste auch auszuüben.
  • Muss einen Sponsor finden, soll heißen, einen Arbeitgeber der mich gerne beschäftigen möchte und bereit ist sein Soll für dieses Visum zu leisten (Natürlich in Form von Aufwand und Geld)
  • Muss einen English Test absolvieren (IELTS Zertifikat) und jedes der insgesamt 4 Module mit einer Mindestpunktzahl von 5 bestehen.
  • Muss – auf Nachfrage – ein ärztliches Attest von einem, nach australischen Richtlinien ausgebildeten und lizensierten Arzt über mich ergehen lassen und zur Verfügung stellen
  • muss eine Krankenversicherung eines australischen Krankenversicherers abschließen welche die Mindestanforderung der, mit dem Visa 457 in Verbindung stehenden, Leistungen abdeckt. (Umso mehr, umso besser, umso teurer)
  • muss – auf Nachfrage – „character requirements“ (Ist das nicht ein herrlicher Name für ein Dokument) zur Verfügung stellen. Was hier in Deutschland, nichts anderes ist als ein Führungszeugnis.
  • 1034,00 $ (Die australischen Variante davon, bitte)
  • 1 – 4 Monate Zeit

Weitergehend gibt es natürlich noch ein paar kleine Zwickmühlen. Sofern der Arbeitgeber mit meiner Arbeitsleistung, sagen wir, nicht ganz d’accord geht, kann derjenige mich – wohl von den Cowboys auf dem Kontinent nebenan abgeguckt – binnen weniger Tage vor die Tür setzen und damit verliert auch automatisch das Visum seine Gültigkeit. Jetzt hat man noch genau 30 (Nein, seit 1. Juli diesen Jahres 90) Tage Zeit das Land zu verlassen, tut man das nicht, findet man sich schnurstracks als Gesetzesbrecher und Illegaler auf dem nächsten Bananendampfer Richtung (ehemaliger) Heimat.

Man sieht und liest also schon, als potentielle Arbeitskraft, die mit keinerlei Kosten oder Risiken für den australischen Staat verbunden ist, wird es einem absolut leicht gemacht, man wird mit offenen Armen willkommen und verwaltungstechnische Formalitäten fallen so wenig erschwerend wie möglich aus.

Nun gut, heute kann ich diese Aufzählung komplett aus dem Gedächtnis machen, muss auch gar nicht lange darüber grübeln, vor 4 Monaten, sah die Welt aber noch komplett anders aus und nicht nur die Welt sondern primär die Regelungen für das 457 Visum.

Nach geleisteter Unterschrift auf meinem Arbeitsvertrag, wurde seitens des Arbeitgebern relativ schleunig das Visa Verfahren für den Employer beim Department of Immigration eingeleitet. Das kostet, wie schon gesagt, erst mal Geld und Nerven. Glücklicherweise ist mein zukünftiger Arbeitgeber schon als registrierter Sponsor eingetragen, daher ging es ein klein wenig günstiger über die Bühne. Ziel des ganzen Prozedere ist eine TRN Nummer, welche man als Transaktionsnummer für den Visa Beantrager („Mich“) verstehen kann.

Kurz bevor die Dame aus dem Personalwesen schon fast meine E-Mail Adresse in ihre lokale SPAM Liste aufgenommen hat, kam dann – nach 1 1/2 Monaten – am 30. Juli die lang ersehnte Bewilligung einer TRN Nummer.

Jetzt war ich gefragt. Netterweise bietet die Behörde ein Online Formular an. Die erste Seite war schnell eingetippt, die nächsten drei Seiten wollten nur dass ich ellenlange Texte lese und mich mit der Einhaltung bereit erkläre, die vierte Seite wollte dann endlich mal ein paar Stammdaten von mir haben.

Das ich bei Seite 4, wohl erst 5% des gesamten Formularprozesses hinter mich gebrachte hatte, irritierte mich zwar, hielt mich aber nicht davon ab zu versuchen für die dargestellten Felder entsprechend richtige Werte aus dem Bestätigungs PDF (Besser bekannt als IMMI – Approval of Notification Approval) meines Arbeitgeber zu finden. Aussichtslos!

Trotz unzähliger Memory Runden und der damit verbundenen Fähigkeit zwei gleiche Teile zueinander zu führen, ging´s hier nicht weiter.

Ich versuche das mal beispielhaft darzustellen.

Felder die, unter anderem, auf dem Formular auftauchen:

– Sponsorship Application Transaction Reference Number (TRN)
– Business Sponsorship Agreement Number
– Nomination Application Transaction Reference Number (TRN)
– Nomination Approval Number

Felder welche in der Bestätigungs PDF vorkommen:

– Sponsorship Application ID
– Nomination TRN
– Nomination Application ID
– Application ID
– File Number

Es brach große Ratlosigkeit aus. Den Hinweis der Personaldame im Kopf: „Egal was Sie tun, lassen Sie sich Zeit und geben auf JEDEN FALL korrekte Daten ein, sobald nur ein Wert falsch ist, geht der Struggle richtig los und das gesamte Verfahren zieht sich wie Kaugummi in die Länge“, lies mich vorsichtig sein.

Mehrere E-Mails später, ganz genau 2 Wochen später, und ganz viele Versuche doch einfach alle möglichen Zahlen und Buchstaben in irgendein Feld einzutragen (Netterweise lässt das Formular mich so lange nicht weiter, bis ich eine gültige Nummer eingegeben habe), kam dann doch noch der richtige Wert für die alles entscheidende „Sponsorship Application Transaction Reference Number (TRN)„. Man hatte leider nicht so richtig gewusst, dass es sich dabei um eine Nummer handelt, die bei der Registrierung der Firma als Nummer genannt wurde. :-/

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Das war das erste mal, das ich überlegt habe, auf einen Immigration Agent (Der gegen Bares all diese Sachen übernimmt) zu verzichten, nicht die beste Idee des Jahres war. Kann ja nicht so schwer sein! Kleines Formular, kein Problem!

Am Folgeabend habe ich dann die Kleinigkeit eines Formulars binnen 2 (In Worten ZWEI) Stunden durchgehabt, es gab nichts was man nicht wissen wollte, die NSA hat Ihren Datensatz von „Daniel Drinhausen“ direkt mit dem vom Department of Immigration überschrieben, jetzt hatte man mich in der Hand! 🙂

Auf der letzten Seite kam dann die Zusammenfassung und noch mal ein paar Haken, vor diesen langen Texten, die bestätigten dass ich das geschriebene zum einen gelesen und zum anderen auch noch verstanden habe. AGM mässig schnell überflogen und überall „Ja – gelesen und verstanden“ geklickt, bis ich die Wörter „Krankenversicherung“ & „Bestätigung“ & „Formular“ & „Abgelehnt“ (Natürlich die englischen Varianten) gelesen und verstanden habe. Man wollte das ich die Krankenversicherung nicht erst später abschloss, sondern sofort und die Bestätigung auf einem weiteren – kryptischen – Formular dem Visa Antrag beilege (respektive das Teil als PDF hochlade) sonst blühte einem die Ablehnung des Visa Antrags.

Gesagt getan, lieber erst mal den „Speichern“ und später mal den „Abschicken“ Knopf gedrückt und mich nach einer adäquaten Krankenversicherung Down Under umgeguckt. Für mich, kerngesund, jung und voller Lebensfreude wird schon der Krankenkassen „Basis Tarif“ ausreichen, hauptsache günstig, kostet ja sowieso schon alles mehr als genug. Die nette Krankenkasse hat dann als Zeichen ihrer Vorfreude direkt mal den ersten Monatsbetrag abgebucht (Hey, das sollte doch erst im Januar losgehen!) und mir das entsprechende Formular zukommen lassen.

Zwischenzeitlich hatte mich eine Bekannte, die auch drauf und dran war das 457 Visa zu beantragen (Glücklicherweise mit tatkräftiger Unterstützung eines, vom Arbeitgeber, finanzierten Immigration Agents), darüber informiert dass seit dem 1. Juli neue Richtlinien für das gemeinsam gewollte 457 Visa existieren. Mein letzter Kenntnisstand war irgendwie aus Juni und ich habe nicht damit gerechnet das sich diese Regelungen so oft verändern, dumm gelaufen. Dinge die sich geändert haben:

– English Test for everyone (Yeah!) 
Im Vorfeld nur für ganz wenig spezielle Berufsgruppen notwendig, so muss diesen Test jetzt jeder Anwerber machen.

– Ablehnung des Visa sofern nicht bewiesen werden kann das man zum Ausüben des Berufs in der Lage ist
Früher waren die entsprechenden Beamten noch angewiesen vor dem drücken auf „Declined“ noch mal kurz nachzuhaken, jetzt kann der Knopf sofort gedrückt werden.

– Anstatt 395 $ kostet der Spass jetzt 1034 $
Anscheinend zu wenig Beamten und zu viele Bewerber. Soll den tatsächlichen Bearbeitungskosten entsprechen. *hust*

– Aufenthalt nach Wegfall des Jobs von 1 – 3 Monate erhöht
Aha, mal was positives.

Nun denn, schnell den English Test machen und fertig ist die Sache. Blöderweise wird der English Test nur von einem speziellen Institut durchgeführt (IELTS) und das auch nur einmal im Monat. Von den 2 Wochen Bearbeitungszeit die für die Auswertung des Tests benötigt werden, mal ganz zu Schweigen.

Mittlerweile war es schon Mitte August, das Visa immer noch nicht eingereicht (ge – lodged) und der nächste English Test sollte am 7. September stattfinden. Na prima, mitten in meinem Malle Urlaub. Man ist mittlerweile schon leid gewohnt, schnell einen früheren Rückflug gebucht (Umbuchung kostet natürlich mehr als einen komplett neuen Flug zu buchen!) und bei diesem IELTS Verein mich angemeldet. Da war man ähnlich kulant und anspruchslos wie bei dem Department of Immigration, ich hatte, nach Anmeldung, genau 3 Arbeitstage Zeit, Geld zu überweisen und diverse Kopien vom Reisepass und Personalausweis an das Hauptverwaltungsbüro in Berlin zu schicken. Da gingen die nächsten 210,00 Euro flöten.

Die nächsten Wochen und den halben Urlaub habe ich dann damit verbracht English zu üben, den Test am 7. September in Köln dann absolviert und im Anschluss die zwei schlimmsten und mit riesigen Zweifeln behangenen Wochen durchlebt. Wie weiter oben beschrieben muss man, um den English Test auch für das Visum verwenden zu können, mindestens 5 Punkte in jedem Modul erreichen. Ausgleichen ist nicht. Insbesondere der „Speaking“ Teil, obgleich auch im englischen recht Redegewand, hat mir große Sorgen bereitet. Im Gespräch mit einem native Speaker konnte ich auf die wenigsten Fragen eine vernünftig und ohnehin keine eloquente Antwort liefern. Mein sprachliches Niveau war gefühlt auf dem eines Dackels der sächseln sollte. Dazu kam dass ich schon längerer Zeit keiner Prüfungssituation mehr ausgesetzt war und es hier schließlich um, nichts weniger, als meinen Traum von Australien ging.

Nach zwei Wochen kam dann aber die erlösende Nachricht, Bestanden! Nach zehnfachem durchlesen war ich dann auch soweit dass ich glauben konnte was ich lies. 7.0 von 9.0 Punkten erreicht und sogar im Speaking Teil hat es für eine 6.5 gereicht, die Dame muss mit mir Mitleid gehabt haben (Vielleicht war auch meine sofortige Erklärung das ich vorhabe nach Australien zu gehen und dafür unbedingt diesen English Test hier bestehen muss Stein des Anstosses).

Am darauffolgenden Montag, es war mittlerweile der 24. September, konnte ich dann das Visum endlich einreichen. Als Dateianhänge kam dann noch folgendes mit:

  • Kopie vom Reisepass
  • Kopie vom Personalausweis
  • Resume / Lebenslauf
  • Arbeitsvertrag
  • Referenz 1.
  • Referenz 2.
  • Passfoto (Biometrisch, what else)
  • Bestätigung Krankenversicherung
  • Ein Zertifikat das mich als besonders fähig ausweisen soll ( 😉 )
  • IELTS Test Ergebnis

Seit dem harre ich der Dinge die da kommen. Jeder Amtsgang, jedes Formular was ich unterschreibe, jeder Telefonanruf und jede E-Mail die ich verschicke lässt mich ins Grübeln darüber verfallen ob das jetzt dafür gesorgt hat, dass ich das Visum nicht bekomme. Sei es eine blöde Adressänderung im Personalausweis oder die Abmeldung aus deutschen Landen. Es ist alles leider sehr pauschal gehalten, man weiß nie woran man dran ist.

Ein täglicher Blick auf den Online Status gehört zu meinem Alltag, auch die damit verbundene Enttäuschung dass sich nichts getan hat gehört dazu.

Wie gesagt, die Bearbeitungszeit kann im schlimmsten Falle 3 Monate dauern. Sobald der Status auf „processed further“ wechselt, weiß man, dass ein Mensch sich jetzt wenigstens den Sachverhalt anschaut, soweit ist es bei mir allerdings noch nicht.

Am 10.11 geht mein Flug nach Bali, die Chance ist groß, dass ich selbst zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ob ich das Visum genehmigt bekomme und damit auch noch nicht weiß ob ich im Januar bei meinem Arbeitgeber anfangen kann. Die größten Bauchschmerzen bereitet mir aber die Tatsache das ein Betreten des Landes vor Genehmigung des Visa zu diversen Komplikationen führen kann. (Ein Touristenvisum kann versehentlich das 457 Visum überschreiben, das Visum wird nur dann gültig wenn man noch mal aus Australien aus- und wieder einreist, …) Um den 3 Dezember rum wollte ich aber eigentlich meine australische Ostküsten Tour starten. It´s a mass!

Es heißt „keep your finger crossed“ und nur nicht die Geduld und den Mut verlieren.

In diesem Sinne
Daniel

Dirty-Jobs-Down-Under-Artic

19. Oktober 2013
von Daniel
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Jobsuche Down Under

Einen Job am anderen Ende der Welt annehmen? Von irgendwas muss man ja schließlich Leben!

Die meisten Fragen lautet hier meistens: Wie kommt man denn an einen Job in Australien? Wie gestaltet sich da eine Bewerbung? Was muss man da können?

Grundsätzlich gestaltet sich die Jobsuche in Australien ähnlich wie sich auch eine Jobsuche in Deutschland gestaltet. Man sucht nach offenen Stellen. Die meisten von euch werden da sicherlich den Weg über ein Online Portal wie Monster.de oder Stepstone.de gehen, genauso bin ich auch vorgegangen. Ich habe geschaut welche Job Portale es in Australien so gibt und habe dann ganz gezielt nach offenen Stellen, zu meinen Spezialgebieten, mit denen ich auch zukünftig arbeiten möchte, gesucht.

Glücklicherweise arbeite ich in einem Bereich der weltweit gesucht wird und wo Fachpersonal rar gesät ist, daher konnte ich aus einer langen Liste von interessanten Jobs und Arbeitgebern wühlen. Die Freude darüber wurde leider direkt aufgrund der Tatsache getrübt, dass die meisten potentiellen Arbeitgeber nur eine Stelle an „Permanent residents“ abzugeben haben, ein Visum dieser Art kostet mehrere tausend Dollar und hat eine Bearbeitungszeit von bis zu 2 Jahren, das war definitiv nichts was für mich momentan in Frage kam. Für meine Belange macht nur das „457 Visa“ (Temporary Work Visa (Employer sponsored)) Sinn, dafür brauchte ich aber einen Arbeitgeber der bereit war seinen Teil für das Visum dazu zu steuern. Da das Thema Visum doch recht umfassend ist, werde ich die nächste Zeit einen separaten Beitrag dazu verfassen.

Nach längerer Suche, mit doch noch ein paar netten Alternativen, welche das Thema Visa nicht näher erörtert hatten, habe ich eine Stelle gefunden die zu mir, wie die „Faust aufs Auge“ passte! Der Arbeitgeber macht einen hervorragenden Eindruck und die Stellenausschreibung las sich traumhaft. Ich habe daraufhin nicht lange gezögert und einfach mal eine Initiativ E-Mail, mit kurzer Vorstellung, meinen Fähigkeiten und ein paar anderen Informationen verschickt, unwissend ob da grundsätzlich Interesse vorhanden ist und ob man oben genanntes Visa zur Verfügung stellen kann.

Nach kurzer Zeit kam dann ein freundliches Feedback mit der Bitte ein „Resume“ zur Verfügung zu stellen, eine Art gekürzter Lebenslauf / CV. Dieses stellte ich dann kurzfristig zur Verfügung und bekam direkt einen Terminvorschlag für ein erstes telefonisches Gespräch mit dem Personalleiter.

Meine Nervosität, vor dem Gespräch, mitten in der – deutschen – Nacht war wirklich immens. Vom Gespräch und meinen gelieferten Antworten war ich nicht so wirklich begeistert, man merkt doch das einem die Praxis im Umgang mit der englischen Sprache fehlt und einen englischen Brief zu schreiben was anderes ist, als ein Bewerbungsgespräch zu führen. Ich habe im Vorfeld versucht mich so gut wie möglich darauf vorzubereiten, viele englische Artikel gelesen, viele mögliche Fragestellungen im Vorfeld beantwortet und niedergeschrieben, dennoch hatte ich im Anschluss an das Gespräch kein sonderlich gutes Gefühl. Augenscheinlich sah der Personalleiter das aber anders und hat mich von da an in einen Telefon- und Skypemarathon geschickt der sich gute 2 Monate hingezogen hat. Immer wieder Gespräche mit verschiedenen Verantwortlichen und Experten die daraufhin mich bewerten sollten um so ein möglichst ganzheitliches Bild von mir zu bekommen. Trotz der anstrengenden Zeit fand ich die meisten Gespräche sehr interessant, so konnte auch ich mir einen ersten Eindruck über die Mitarbeiter und entsprechend Vorgesetzte machen. Eine weitere Herausforderung stellt die Tatsache dar, dass die Australier weniger Wert auf Zeugnisse oder Zertifikate legen, aber sehr viel Wert auf persönliche Referenzen, daher war ich auch hier gezwungen meinen Chef und einen Arbeitskollegen davon zu überzeugen ein persönliches Gespräch (Oder wenigstens ein Fragebogen auszufüllen) mit dem Personalleiter zu führen. Irgendwann im Mai bekam ich dann die ersehnte Antwort, dass man mir einen entsprechenden Job anbieten wollte, meine Antwort darauf ist Geschichte! 🙂

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich doch einiges an Glück und den richtigen Job gehabt habe, es war nur eine Bewerbung notwendig um an einen „Traum“ Job in Australien zu kommen, andere Leute, deren Schicksale ich in verschiedenen Auswandererforen verfolgt habe, mussten da weitaus mehr Aufwand und Zeit investieren.

Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich eigentlich der tiefen Überzeugung das der schwierigste Teil meiner neuen Lebensphase damit überstanden wäre, ich habe die Rechnung aber nicht mit der deutschen und australischen Bürokratie gemacht, dazu dann im nächsten Beitrag mehr.

Sydney Opera

11. Oktober 2013
von Daniel
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Warum Australien?

Vorsicht, viel Text. 🙂

In den letzten Monaten wurde ich häufig von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen gefragt wie ich denn überhaupt auf die Idee gekommen bin, nach Australien zu gehen. Vorgehend kam natürlich immer die Aussage: „Ins Ausland? Bist du denn verrückt? Du lässt ja alles und jeden hier zurück und das wird eine super schwierige Zeit!“.

Ich versuche mal zu beiden Themen ein paar Sätze zu formulieren.

Schon seit längerem hatte ich den Wunsch mehr fremde Länder zu entdecken, mehr neue Kulturen und neue Regionen kennenzulernen. Dieses unentwegte Fernweh konnte ich mit ein paar Wochen Urlaub im Jahr nicht nachhaltig stillen, wenn auch die Reisen nach Thailand, Brasilien, Amerika & Co. einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Sobald ein paar Tage in der Heimat verstrichen waren, kam direkt der Wunsch zurück mehr Zeit im Ausland zu verbringen, neues zu entdecken, den eigenen Horizont zu erweitern. Auch habe ich mich mit dem Thema Backpacking intensiv im Jahre 2010 auseinandergesetzt, damals war eine längere Tour aber an Ermangelung an Zeit und Bereitschaft anderer da mitzumachen das Hauptproblem.

Im März diesen Jahres hat sich aus persönlichen Gründen aber noch mal eine Chance ergeben all dies, wenn auch vielleicht in etwas intensiverer Form, nachzuholen.

Es kam also der Tag wo ich den Entschluss gefasst habe für eine längere Zeit ins Ausland zu gehen, gerne mit hohem Reiseanteil aber natürlich funktioniert ein längerer Auslandsaufenthalt nur in Kombination mit einem entsprechenden Job, weder ein großes Erbe noch einen sieben stelligen Lottogewinn kann ich vorweisen. An dieser Stelle habe ich dann angefangen mir über ein geeignetes Zielgebiet Gedanken zu machen. Was muss denn die zukünftige Wahlheimat (erstmal auf Zeit) so alles bieten, damit es mir da gefallen könnte. Rausgekommen sind ein paar Punkte.

  1. Politisch sicher
  2. Bessere Wetterbedingungen!!!111111
  3. Kein kultureller Schock
  4. Eine Sprache die ich verstehe und spreche
  5. Meer
  6. Lockere Bevölkerung
  7. Wirtschaftlich stabil
  8. Bedarf an IT Professionals

Daraufhin habe ich mal Google Maps aufgemacht und meinen Blick über die Welt wandern lassen. Relativ schnell wurde klar, das es für meine gelisteten Punkte nicht sonderlich viel Auswahl gab, aber die Gebiete, die dabei rumkamen, hatten es in sich.

1. Australien (Eher im Südlichen Bereich, der nördliche ist zu tropisch)
2. Kalifornien
3. Florida

Nunja, es stand dann Amerika gegen Australien, trotz das ich mich schon als Hank Moody Verschnitt (Siehe Californication) in einem alten Porsche in San Francisco rum cruisen gesehen habe, fiel meine Entscheidung dann doch sehr schnell auf Australien. Warum? Zum einen habe ich genug Freunde und Bekannte die schon einen längeren Aufenthalt in Australien hinter sich hatten und das Land und die Leute in den Himmel gelobt haben, zum anderen wollte ich schon immer mal nach Australien, die Leute dort scheinen relativ offen und aufgeschlossen zu sein und last but not least waren 300 durchschnittliche Sonnentage im Jahr einfach ein zu großes Argument. Auf der Contra Seite steht eindeutig zu Entfernung die zukünftig zwischen mir und meiner Familie und Freunden in Deutschland liegt. Aber, ob jetzt 8 Stunden Flug oder 20 Stunden Flug dazwischen liegen, es ist einfach schwierig sich zukünftig öfters persönlich zu sehen und daher habe ich dieses Manko in Kauf genommen.

Weiter ging´s, wohin genau? Hier muss ich zugeben, dass mir Sydney von allem was ich mal gelesen und gehört habe einfach am meisten zugesagt hat, hier scheinen auch die Wetterbedingungen am ehesten meinen persönlichen Wunschvorstellungen zu entsprechen (Entsprechend genannte 300 Tage Sonne und gemäßigtes Klima, selten über 30 und unter 10 Grad). Ansonsten, ich wusste nicht viel von Sydney, außer das es da ne schöne Oper geben soll. 🙂 Glücklicherweise bestätigt mir alles Gelesen und Gehörte, das meine Entscheidung Sydney als Zielstadt zu wählen, die richtige war und ist.

Sydney Opera

 

Around the globe

11. Oktober 2013
von Daniel
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Der Plan..

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass diesen Blog jemand findet und auch noch liest, der mich nicht ohnehin schon kennt und weiß was ich hier vorhabe, eine kurze Zusammenfassung.

Ich heiße Daniel und plane aktuell den Start in ein neues Leben. Ich werde ab Januar 2014, für unbestimmte Zeit, nach Australien, genauer Sydney umsiedeln.

Einen neuen Arbeitgeber, der mich freundlicherweise dabei unterstützt ist schon gefunden und der Visa Prozess in vollem – nervenaufreibenden – Gange.

Bevor ich mich allerdings in Sydney niederlasse werde ich die Gunst der Stunde, mal 2 1/2 Monate arbeitslos zu sein, ausgiebig nutzen um mein Fernweh zu bekämpfen. Angefangen beim Ski fahren in den Alpen, rumhängen auf den Gili Islands, kulturelle Besichtigungen in Ubud (Bali), Treffen mit Freunden in Singapur,  Entdeckungstouren der australischen Ostküste, Tauchsafari am Great Barrier Reef und einer Wiedervereinigung mit sehr guten Freunden in Sydney (inklusive gemeinsamen Weihnachten und Silvester am Strand) wird alles dabei sein, was eine – hoffentlich – gute Reise ausmacht. Die Reise an sich werde ich alleine antreten, gerüstet mit einem überdimensionalen Rucksack, viel Optimismus und gewohnt guter Laune. 🙂

Ich versuche im Vorfeld ein wenig zum Visa Prozess und allgemeinen Vorbereitungen für die Backpacktour sowie das Umsiedeln nach Australien zu schreiben. Sobald es dann los geht, erfolgen zeitnahe Live Berichte von den Dingen die ich so mache und sehe.

Wir dürfen gespannt sein.

Viele Grüße
Daniel

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